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Spaziergang in Benediktbeuern

Militante Untersuchung (Selbstverständnis P.A.U.L.A.)

Unter dem Begriff Militante Untersuchung versteht man Untersuchungen, die nicht nur Wissen produzieren, sondern gleichzeitig zur politischen Bewusstseinsbildung dienen sollen. Der Begriff ist dem italienischen bzw. französischen militante entlehnt, das hier nicht „gewaltsam“, sondern „kämpferisch“ oder „aktivistisch“ bedeutet. Militante Untersuchungen haben immer das Ziel, durch die Forschung in bestehende gesellschaftliche Verhältnisse zu intervenieren und diese zu verändern. Die Methode wurde besonders im Kontext der Arbeiterbewegung sowie der Frauenbewegung genutzt und bezieht sich auf Theorie und politische Praxis des Operaismus.
 

 

Im Oberland existieren wenig sozialen Zentren, oder Orte an den wir zum Austausch und zur sozialen Begegnung zusammenkommen können. Traditionell ist die kulturelle Prägung im Oberland eher konservativ & patriarchal. Das drückt sich in Schützen-, Trachten-, und anderer Vereinskulturen aus. Wir brauchen zusätzlich Orte, an denen wir zusammen kommen können, um zu diskutieren, uns auszutauschen, zusammen zu feiern, Netzwerke aufzubauen und uns praktisch zu organisieren.

Für eine interventionistische, antikapitalistische Politik müssen wir untersuchen und diskutieren, wie sich Krisen ( Klimakrise, Weltwirtschaftskrisen und Lieferkettenprobleme, Kriege oder aktuell die Handels-Zollpolitik Trumps) auf die Befindlichkeiten der Menschen hier auswirken. So wie es auch wichtig sein wird, herauszufinden was unsere eigenen Bedürfnisse sind.

Wir wollen global denken und lokal handeln.

Unsere Region ist geprägt von Bergen, kleineren Dörfern mit abnehmender landwirtschaftlichen Produktion. Über Jahrhunderte gewachsene Subsistenzwirtschaft wurde zerstört, kleinbäuerliche Landwirtschaftsbetriebe ringen um das Überleben, der Dorfplatz und kleine Betriebe gehen als Treffpunkte verloren, wenn Einkauf und Arbeit in die nächste große Stadt verlegt werden muss.

Was bedeutet dies für das Klassenbewusstsein und soziale Kämpfe in unserer Region? An diesen und noch mehr Fragen, wollen wir arbeiten und diskutieren. Wir wollen Antworten finden um mit interventionistischer Politik Risse im Putz des Neoliberalismus/Kapitalismus und aktuell des Tech-Faschismus zu erzeugen und zu verstärken.

Dazu greifen wir uns Themen heraus. Mit tiefgreifenden Untersuchungen wollen wir Ursachenforschung betreiben und uns lokale Handlungsmöglichkeiten erarbeiten.

Mit Veranstaltungen, spannenden Texten und vielleicht daraus folgenden Diskussionen wollen wir eine Aushandlung - weg von social media, hin zu einem kollektiven Austausch und sozialem Miteinander. Ein Werkzeug zu einer größeren Verankerung im Voralpenland könnten Organizing-Kampagnen sein.

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