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Spaziergang in Benediktbeuern

Merkwürdige Zeiten

Unser Kreisrat Peter Maier schreibt:

Liebe Leserinnen und Leser,

…… wir leben in merkwürdigen Zeiten, nicht nur mit Blick auf die schreckliche Situation in der Ukraine, dem Mordsystem im Iran, die Entwicklung in der Türkei und Syrien, Afghanistan, China und Katar, wo neulich fussballspielende Millionäre offensichtlich große Angst vor einer obskuren Vereinigung, der FIFA, hatten und statt eines Stückchen Stoff am Arm zu tragen, sich den Mund zuhielten. Vielleicht hätten die elf Männer, gleich den drei Affen , auch Augen und Ohren bedecken sollen…….. „Wer Fußball spielt, sollte unbedingt über ein Rückgrat verfügen“, erklärt Sportmedizinerin Lena Färberlein gegenüber dem Postillon.   https://www.der-postillon.com/2022/11/rueckgrat.html

Auch hierzulande müssen wir immer wieder merkwürdige Vorgänge zur Kenntnis nehmen. Letztes abschreckendes sozialpolitisches Beispiel: die Diskussion um das Bürgergeld, in der es die CDU/CSU zum wiederholten Mal geschafft hat, ganz nach rechts zu driften. Erwerbslosen werden niedere Beweggründe unterstellt und das „Lohnabstandsgebot“ müsse unbedingt erhalten bleiben, denn Arbeit müsse sich ja lohnen! Vergessen zu erwähnen haben Herr Merz und Co., dass der Abstand im Einkommen von Niedriglöhnern, aber auch normal Verdienenden, im Verhältnis zu den Konzernvorständen, zu den Millionären und Milliardären, zu den ohne Arbeit reich gewordenen Erben und den Kriegsgewinnlern immer größer wird! Wie wäre es, sich hier mal um das „Lohnabstandsgebot“ im Sinne des Erhalts der Demokratie zu kümmern? Wie wäre es, den Niedriglohnsektor abzuschaffen, der seit Jahren den Menschen im Lande deutlich macht, wie schnell man finanziell und damit sozial absteigen kann?

„Schon in wirtschaftlich stabilen Zeiten ist die Ungleichheit in Deutschland gestiegen. Die aktuelle Krise dürfte das Problem verschärfen“, bringt es die Verteilungsstudie der Hans-Böckler-Stiftung auf den Punkt. Armut gefährdet Demokratie und Rechtsstaat, heißt es in der Studie weiter, denn das Vertrauen in Parteien, Regierung, Justiz und Polizei schwindet häufig mit dem sozialen Abstieg. Wer gesellschaftliche Teilhabe erschwert oder unmöglich macht, bringt die Grundfeste des demokratischen Miteinanders in Gefahr!

https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-arm-und-ausgeschlossen-44865.htm

Rolf Podlewski zitiert dazu aktuell aus Davos:

Selbst den "Eliten" wird die weltweit zunehmende Ungleichheit unangenehm.

Marlene Engelhorn aus Österreich gehört selbst zu den Reichen, die nichts gegen eine Vermögenssteuer einzuwenden haben. Sie ist Nachfahrin des BASF-Gründers Friedrich Engelhorn und ist Gründerin der Initative "Tax me now".

Zudem haben 200 Millionäre aus 13 Ländern einen Brief an dieTeilnehmer des Wirtschaftsforums in Davos unterzeichnet, in welchem sie fordern die Reichen, zu denen die Unterzeichner:innen selbst zählen, zu besteuern.

Ein übersetzter Auszug aus dem Text:

"Wachsende Armut und zunehmende Wohlstandsungleichheit, der Aufstieg des antidemokratischen Nationalismus, extreme Wetterbedingungen und der ökologische Niedergang, gravierende Schwachstellen in unseren allgemeinen Sozialsystemen und die schwindenden Möglichkeiten für Milliarden von einfachen Menschen, einen existenzsichernden Lohn zu verdienen. Warum tolerieren Sie in diesem Zeitalter der multiplen Krisen weiterhin extremen Reichtum? … Die Lösung liegt für alle auf der Hand. Besteuern Sie die Superreichen, und zwar sofort. Das ist eine einfache, vernünftige Wirtschaftspolitik. Es ist eine Investition in unser Gemeinwohl und eine bessere Zukunft, die wir alle verdienen. Als Millionäre wollen wir diese Investition tätigen."

Hier ist der Link zum Original - Text (Englisch)

https://costofextremewealth.com/

Hier ist die Liste der Unterzeichner:innen

https://costofextremewealth.com/signatories

Es kann darüber diskutiert werden wie edel und uneigennützig die Initiative ist. Sie ist auf jeden Fall ein Hinweis auf den derzeitigen Zustand der Welt.

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